2. Netzwerktreffen „Sport für Flüchtlinge“ in Braunschweig

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Fördermöglichkeiten für Vereine und Wünsche von Flüchtlingen vorgestellt – offene Fragen werden noch beantwortet

Netzwerktreffen

Netzwerktreffen „Sport für Flüchtlinge“ in der Rotunde der Öffentlichen Versicherung

Das zweite Netzwerktreffen der Sportvereine zum Thema „Sport für Flüchtlinge“ fand in der Rotunde der Öffentlichen Versicherung statt. Eingeladen hatten der Stadtsportbund Braunschweig, das Sportreferat der Stadt Braunschweig und die Freiwilligenagentur.

Aktuelle Situation in der Flüchtlingsunterbringung
Norbert Rüscher vom Stadtsportbund stellte die beginnende dezentrale Unterbringung der Flüchtlinge vor. In diesem Jahr sollen ca. 1000 Flüchtlinge in Braunschweig untergebacht werden. Zu deren Integration gehören auch die Angebote der Sportvereine, die haben derzeit zum Teil Platzprobleme, da einige Turnhallen zur Unterbringung genutzt werden.

Fördermöglichkeiten durch den Landessportbund – Sportkarussell für alle entwickeln
Jennifer Osthus vom Landessportbund Niedersachsen möchte schnell und unbürokratisch Fördermittel zur Integration von Flüchtlingen zur Verfügung zu stellen. Im vergangenen Jahr wurden 350 Initiativen bezuschusst – kurzfristige Maßnahmen ebenso wie mehrjährige Aktivitäten. Sportangebote wenden sich nicht nur an männliche Flüchtlinge, obwohl sie derzeit die Mehrheit in Braunschweig stellen – Frauen und Kinder sollen ebenfalls angesprochen werden. Es gibt hier auch gängige Sportarten, die in anderen Ländern unbekannt sind. Darauf möchte sich das Netzwerk einstellen. Stefan Wilke, Sportreferat der Stadt Braunschweig, stellte gemeinsam mit Norbert Rüscher die Idee eines Sportkarussells vor. Bei diesem Angebot werden Sportarten und Vereine bei einem Aktionstag vorgestellt – zum Anfassen und Ausprobieren für alle. Jede/r kann so seine bevorzugte Sportart finden.

Angebote der Freiwilligenagentur
Oliver Ding stellte für die Freiwilligenagentur den International Marketplace vor. Hierzu wurden Flyer verteilt. Der Marketplace ist ein Online-Portal, das Flüchtlingen und internationalen Gästen sowie ausländischen Studenten als Basisinformation zur Orientierung und für Veranstaltungstipps zur Verfügung steht. Hier wird mehrsprachig auf Verkehrsregeln, Sprachkurse und Freizeitveranstaltungen hingewiesen – dazu gehören auch Sportveranstaltungen. Der RSV Braunschweig und der BC 72 nutzen das Portal bereits.

Die Freiwilligenagentur kann auch Freiwillige suchen und vermitteln, die bei der Organisation von Veranstaltungen helfen und Begleitungen anbieten können. Dazu können über die Netzwerke der Agentur auch Informations- und Orientierungsveranstaltungen, z.B. für Übungsleiter, Assistenten und weitere beteiligte Ehrenamtliche, angeboten werden.

Entwicklung von Best-Practice-Projekten im Netzwerk
Das Netzwerktreffen wurde wieder von Dr. Otmar Dyck, Dozent an der Fachhochschule Ostfalia und stellvertretender Vorsitzender der Freiwilligenagentur, moderiert. Er bot an, Projekte durch Studenten des Sportmanagementbereichs dokumentieren zu lassen. „Best Practice“- Erfahrungen können die Vereine untereinander austauschen und Ressourcen bündeln. Ein abwechslungsreiches Freizeitangebot ist neben der Integration durch Sprache ein wesentlicher Faktor, damit Geflüchtete eine Zugehörigkeit entwickeln können.

So plant z.B. der RSV Braunschweig gemeinsam mit dem TTC Magni gemeinsame Angebote im Tischtennis. Bereits jetzt können alle Interessierten an den ANGEBOTEN des RSV in der Schule Klint teilnehmen.

Auch auf das laufende Programm „Willkommen im Fußball“ wurde von Hartmut Blöcker (HSC Leu) und Miriam Herzberg (Eintracht Braunschweig Stiftung) nochmals hingewiesen. Dazu werden noch Ehrenamtliche zur Unterstützung des Trainers gesucht. Die Freiwilligenagentur schaut bereits nach geeigneten Helfern.

Antworten auf Fragen – zusätzliche Räume und Übungsleiter benötigt
Beim ersten Netzwerktreffen wurden Fragen und Anregungen gesammelt, von denen einige, soweit möglich, beim zweiten Treffen vor Ort in den Redebeiträgen beantwortet wurden. Es folgt eine schriftliche Auflistung und Beantwortung aller Fragen (sowie die Möglichkeit zur Erweiterung und Ergänzung), die dann u.a. auf der Internetpräsenz des Stadtsportbundes zu finden sein werden. Hier werden u.a. rechtliche und versicherungstechnische Fragen beantwortet (Flüchtlinge sind, wenn sie nicht an Wettkämpfen teilnehmen, generell beim Sport versichert – das gilt in der Regel auch für Helfer und Betreuer bei Veranstaltungen). Auch für Fragen zu möglichen fehlenden Räumen und Überungsleitern werden Lösungen gesucht.

Wünsche von jungen Flüchtlingen vor Ort ermittelt
Es waren ca. 40 Besucher/innen vor Ort. Darunter auch Doris Bonkowski vom Büro für Migrationsfragen. Sie brachte acht jugendliche Flüchtlinge (16 und 17 Jahre alt) mit, die aus Afghanistan und dem Irak kommen und im Predigerseminar wohnen. Sie stellten sich und ihre Sportwünsche vor. Fußball, Kampfsport, Schwimmen und Fitness stehen dabei obenan. Dazu konnte Lina Schönfeld vom Box-Club 72 eine Einladung an die Jugendlichen aussprechen es mit Boxen zu probieren. Für die weiteren Wünsche, wie z.B. Teak-Won-Do, werden im Netzwerk passende Vereine gesucht.

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