Peerschulungen laufen!

Die Peerschulung hat begonnen – erste Kurse absolviert

Sudan, Syrien, Serbien, Iran – das sind die Heimatländer der Männer und Frauen, die an der Schulung zum ehrenamtlichen Peer-Berater/zur ehrenamtlichen Peer-Beraterin im Rahmen des Projekts „Peers helfen – Selbstbestimmt im neuen Land“ teilnehmen. Ab November werden sie für Zugewanderte als Ansprechpartner und Ansprechpartnerinnen bei Problemen zur Verfügung zu stehen – und natürlich, um als Multiplikatoren für die Idee der Freiwilligenarbeit zu werben. Die Schulung umfasst insgesamt sechs Module, von denen die ersten beiden inzwischen stattgefunden haben.

 

Modul 1 – Luc Degla

Peerschulung

Am 22. August referierte der Wirtschaftsingenieur, Gastronom und Schriftsteller Luc Degla charmant und kompetent über das Thema Interkultur und erzählte von seinen vielfältigen Erfahrungen in seiner Heimatstadt Cotonou in Benin, von seinem mehrjährigen Aufenthalt in Moskau und von seinem neuen Leben in Braunschweig.
„Zuhause“, erklärte er den angehenden Peer-Beratern, „wart Ihr Mathematiker, Psychologinnen und Physiotherapeuten – hier seid Ihr Flüchtlinge. Die deutsche Bevölkerung und das deutsche Recht werden Euch alle gleich behandeln. Akademiker werden zum Beispiel feststellen, dass die Erfahrungen und Kenntnisse, die sie aus ihrer Heimat mitbringen, hier kein Gewicht haben. Diese Tatsache kann Probleme aufwerfen.“
Für Luc Degla ist jedoch kein Problem unlösbar. Seine Empfehlung: „Schließt euch Gruppen und Vereinen an, die euch bei der Integration helfen können. Orientiert Euch an den Landsleuten, die schon länger im Land leben. Und wenn Ihr anderen Migranten helfen wollt, ist es wichtig, eine Liste von Anwälten, Ärzten und Steuerberatern zu haben, die mit ihren Problemen vertraut sind.“ Auch Fremdenfeindlichkeit kann natürlich ein Problem sein: „Rassismus ist ein menschliches Phänomen, irrational und frei von jeder Logik.“ Seine Strategie gegen Fremdenfeindlichkeit: offensive Freundlichkeit.

 

Modul 2 – Mustafa User

Peerschulung

Eine Woche später sprach Mustafa User, der sich unter anderem in der CDU und der Islamischen Gemeinde in Wolfenbüttel engagiert, über das Thema „(Interkulturelle) Kommunikation“. Deutlich wurde, dass sich an kulturellen Unterschieden entzündende Konflikte oft nur auf Missverständnissen beruhen. Wie begrüßt man andere Menschen? Welches Besteck benutzt man beim Essen? Wann und wie lange darf man laut sein? Was ist eigentlich die deutsche „Mittagsruhe“?
Kultur, erklärte User, bilde jedoch nur die Spitze eines Eisbergs. Darunter lägen grundlegende Werte, die sich zwar von Land zu Land geringfügig unterscheiden, jedoch deutlich mehr Gemeinsamkeiten als Differenzen aufweisen. Doch auch Kommunikation berge stets die Gefahr von Irrtümern, erklärte er im zweiten Teil der Schulung. Das, was der „Sender“ glaubt gesagt zu haben, sei oft etwas anderes, als das, was beim „Empfänger“ ankomme. Zum Glück helfe oft schon das Wissen um die Möglichkeit des aneinander Vorbeiredens, viele Situationen zu entschärfen.

 

  • Modul 4: Pädagogik und Empowerment, Referentin: Barbara Hennig, Mittwoch, 20.9.2017
  • Modul 5: Projektmanagement, Referent: Malte Schumacher, Dienstag, 26.9.2017
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    Der Ablauf – verbliebene Termine:

    • Modul 6: Rechte, Pflichten, Versicherungsschutz im Ehrenamt Referentinnen: Astrid Hunke und Irina Prosenok, Dienstag, 17.10.2017
    • Abschlussübung und Nachbereitung: 24.10.2017
    • Abschlussfeier: Donnerstag, 16. November 2017