Paten schaffen Chancen

Chancen schaffen: Ehrenamtliche setzen sich für Menschen mit Einschränkungen oder Benachteiligungen ein

Suhail Ahmad begleitet als „Chancenpate“ Rolf Bruns ins Eintracht Stadion zu den Heimspielen von Eintracht Braunschweig

Braunschweig. Rolf Bruns ist seit vielen Jahren großer Fan der Braunschweiger Eintracht und besucht die Heimspiele im „Tempel“ an der Hamburger Straße. Der Stadionbesuch ist nach gesundheitlichen Rückschlägen schwierig für ihn geworden. Die Lebenshilfe Braunschweig suchte für ihn eine zuverlässige Begleitung und hat durch die Freiwilligenagentur Jugend-Soziales-Sport e.V. einen „Chancenpaten“ gefunden: Suhail Ahmad.

Ahmad ist vor drei Jahren aus Pakistan nach Braunschweig gekommen. Auch er hat damals einen „Paten“ von der Freiwilligenagentur erhalten, um sich zu orientieren und Hilfe beim Deutschlernen zu erhalten. Jetzt wird er selbst zum Helfer und begleitet Bruns ehrenamtlich ins Eintracht-Stadion.

Seit 2016 hat die Freiwilligenagentur im Rahmen des Bundesprogramms ‚Menschen stärken Menschen‘ mehr als 750 ‚Ankommenspatenschaften‘ mit Geflüchteten vermittelt. Aufgrund des Erfolgs des Programms hat sich die Bundesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen, gefördert wird es vom Bundesministerium für Familie Senioren Frauen und Jugend, entschlossen, den Personenkreis auszuweiten.

Anfang 2019 hat sie das Bundesprogramm ‚Impulspatenschaften‘ ins Leben gerufen (die Freiwilligenagentur Jugend-Soziales-Sport e.V. nennt ihren Part des Programms „Chancenpatenschaften“).

Das dreijährige Programm richtet sich an ein breites Spektrum volljähriger Menschen: mit Fluchterfahrung, Migrationshintergrund, Behinderung, Mobilitätseinschränkung, aus benachteiligten Quartieren, mit fehlendem Zugang zu Bildung und Arbeit oder anderen Diskriminierungserfahrungen.

Matthias Bertram bringt Familien zusammen

Das Programm fördert die Integration und Teilhabe sowie die Bildung, den gesellschaftlichen Zusammenhalt und das freiwillige Engagement. Es ist niederschwellig und leicht zugänglich. Damit können neue Gruppen von Ehrenamtlichen gewonnen werden, z.B. Berufstätige oder Migranten und Geflüchtete, denen selbst geholfen wurde. Das Ziel ist der Abbau von Schranken und Vorurteilen durch Begegnungen auf Augenhöhe.

Voraussetzung für eine gelungene Patenschaft sind mindestens drei Treffen/gemeinsame Aktivitäten, gerne kann es in ein längerfristiges Engagement übergehen. Die gemeinsam ausgeübten Aktivitäten sind z.B. Sprache üben, die Umgebung kennenlernen, gemeinsame Unternehmungen und Begleitung, die Ehrenamtlichen geben ihre Erfahrungen weiter.

Interessierte melden sich bitte bei der Freiwilligenagentur, Sonnenstraße 13, 38100 Braunschweig, 0531-4811020 oder per Mail unter info.bs@freiwillig-engagiert.de.