Stürmische Stadtführung

Stürmische Stadtführung: Eindrücke einer interkulturellen Aktion des Projektes „Peers Helfen“

Stürmische Stadtführung

Es ist der 5. Oktober – Ortszeit 17 Uhr. Noch wenige Stunden zuvor war der Sturm Xavier durch Wolfenbüttel gebraust, so dass noch immer einige Durchgänge und Bürgersteige aufgrund der Gefahren durch herabfallende Dachziegel gesperrt waren. Da die Innenstadt jedoch insgesamt betretbar war, entschlossen sich die Verantwortlichen der Freiwilligenagentur doch dazu, die interkulturelle Stadtführung im Rahmen des Projekts „Peers helfen. Selbstbestimmt im neuen Land“ stattfinden zu lassen. Unter Leitung des erfahrenen Stadtführers Ulrich Higl begaben sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf eine interessante Erkundungstour durch die Stadt.

Stürmische Stadtführung

Der Schwerpunkt der Begehung lag auf der Migrationsgeschichte der Stadt, die ja einst von holländischen Baumeistern geplant und errichtet worden war. Der Rundgang startete am Reiterdenkmal auf dem Stadtmarkt und führte an der Hauptkirche, der Neuen Kanzlei, dem Schloss und der Herzog August Bibliothek vorbei zum Jüdischen Denkmal am Harztorwall. Deutlich wurde, dass stets Menschen mit Migrationshintergrund in Wolfenbüttel gelebt haben. Auch Flüchtlinge verschlug es oft in die Stadt, zum Beispiel während der Französischen Revolution, als viele exilierte Adelige im Schloss lebten oder in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg, als im ehemaligen Zeughaus Menschen untergebracht waren, die aus Ostdeutschland vertrieben worden waren. Umgekehrt versuchten während der Nazizeit viele Juden aus Deutschland zu entkommen. Die über die verteilten Stolpersteine erzählen von ihnen. Vor der Kommissstr. 4, in der Rosalie Hodenberg und die Familie Rhée gelebt hatten, endete die Stadtführung. Unter dem Motto „Zeig deine Stadt“ sind weitere Exkursionen geplant.

Stürmische Stadtführung

Das Projekt „Peers Helfen – Selbstbestimmt im neuen Land“ wird unterstützt von der „Aktion Mensch“ und hat zum Ziel, innerhalb von 3 Jahren 90 Neuzugewanderte in das Ehrenamt zu bringen und 45 Institutionen dahingehend zu sensibilisieren, dass sie Neuzugewanderte als Ehrenamtliche einsetzen.